Wassertürme

  • Mit dem neuen Buch geht es voran

    Corona hat sich natürlich auch auf den Fortschritt bei unserem neuen Buch ausgewirkt. Viele Monate lang konnten wir nicht durch Rheinland-Pfalz und das Saarland fahren, um Wassertürme zu fotografieren. Die Hochwasserkatastrophe macht es nun wieder unmöglich, in bestimmte Gebiete zu gelangen. Dafür gingen aber die Recherchen gut voran. Mitarbeiter der Wasserversorgungsunternehmen waren natürlich erreichbar und meist bereit, die erbetenen Unterlagen für unser Buch zu übermitteln. Auch die Archive sind wieder geöffnet, so dass ich im Juni in Koblenz und Speyer war, Worms besuchte ich schon im letzten Jahr. So hoffen wir sehr, dass das Buch in diesem Jahr fertig wird und dann 2022 erscheinen kann. Wir haben über 220 Wassertürme identifiziert. Besonderheiten gibt es in den beiden Bundesländern, die bei unseren früheren Büchern noch nicht oder nur sehr selten auftauchten: Wassertürme im Bergbau und in Kurorten.

  • Wassertürme im Interview

    Der Sender BR Heimat interviewte mich zum Thema Wassertürme. Anlass war das Erscheinen des Buches über Wassertürme in Bayern. Der um Bilder ergänzte Radiobeitrag wird hier in thematisch gegliederten Teilen wiedergegeben.

    Was ist ein Wasserturm und welche Arten von Wassertürmen gibt es?

    https://www.youtube.com/watch?v=zfZ3Z_bgCtU

    Das gesamte Interview bei BR Heimat

  • Drohnen für Wasserturmfreunde

    Frank Kriebel aus Berlin schickte der Wasserturmgesellschaft Videos von Wassertürmen in Brandenburg, die er mit seiner Drohne aufgenommen hat. Mit großem Interesse wurden diese Filme auf der Jahreshauptversammlung der Wasserturmgesellschaft angeschaut. Er hat bereits einige Videos, allerdings nicht von Wassertürmen bei Youtube eingestellt (über den Namen zu suchen). Vermutlich weckte er bei einigen Mitgliedern Interesse dafür, die neuen und tollen Insekten selbst für unsere Wasserturmleidenschaft einzusetzen. Unser estnischer Freund Toomas Plaan ist schon einige Zeit aktiv dabei.

    Mich brauchte er nicht zu überzeugen, denn ich besitze seit Weihnachten eine Drohne. Aller Anfang ist allerdings schwer, zumal man große Angst hat, das technische Wunderwerk könnte abstürzen. So misslangen mir zwei Landungen, bei denen das Gerät zum Glück keinen Schaden nahm. Es bedarf allerdings einiger Übung, insbesondere dann, wenn man versucht, die Drohne allein mit einem Smartphone zu fliegen. Die Anschaffung des Controllers ist dringend zu empfehlen. Auch sind die Akkus nicht sehr stark. Sie reichen bei meinem Modell für eine Flugdauer von 15 Minuten. Daher lohnt sich insbesondere für Reisen die Anschaffung eines Ersatzakkus.

    Jens U. Schmidt steuert seine Drohne, angespannt beobachtet von Heinz Jäger


    Vorgeschrieben ist eine Haftpflichtversicherung, die man am günstigsten durch Mitgliedschaft im Deutschen Modellflieger Verband e.V. abschließen kann. Einiges sollte man wissen, insbesondere dazu, wo man nicht fliegen darf. Allerdings erkennt die Drohne selbst Flugverbotszonen und startet dann nicht. Hier scheint es Unterschiede zu geben. An einigen Positionen in Luxemburg ließ sich Toomas‘ Drohne nicht starten, während meine es bei einer Warnung beließ. Ich denke mal, das kleine Wunderinsekt wird meine Wasserturmbücher bereichern, auch wenn die Anspannung bei seiner Bedienung sicher noch eine Weile anhält.

  • Typen von Wasserbehältern

    Die Entwicklung des Wasserturmbaus hing stark von neuen Entwicklung beim Bau und der Konstruktion von Wasserbehältern ab. Kam man bei den wenigen vor 1850 gebauten Wassertürmen mit Holz- oder Kupferbehältern aus, so stieg der Bedarf nach großen Behältern bei der Bahn durch immer größere Lokomotiven und wachsendem Zeitdruck. Die Städte wuchsen und der Bedarf nach moderner und hygienischer neuzeitlicher Wasserversorgung wuchs zum ende des 19.Jahrhunderts. Fortschritte in der Metallbearbeitung machte den Bau von Wassertürmen mit großen Reservoirs möglich. Fortentwicklungen und Patente führten dann zu immer fortschrittlichen Wasserhochbehältern.

    Flachbodenbehälter

    Erste Wasserhochbehälter bei der Bahn waren rechteckige Kästen mit flachem Boden, die im Obergeschoss von Bahnbauten untergebracht waren oder auf einem Ständerwerk angebracht waren. Die rechteckige Form war wegen der unterschiedlichen Druckbelastung ungünstig, so dass sie später durch kreisförmige Flachbodenbehälter ersetzt wurden. Da der Behälterboden nicht ausreichend tragfähig war, musste er mit einem festen Boden oder engmaschigem Tragenetz gestützt werden. Sie wurden seit etwa 1830 verwendet.

    Wasserturm in Zittau mit Flachbodenbehälter
    Wasserturm in Zittau

    Hängebodenbehälter

    Hängebodenbehälter sind rund und besitzen einen durchhängenden Behälterboden. Der Boden ist frei zugänglich, der Behälter sitzt auf einem äußeren Auflagering auf, der starke horizontale Kräfte beim Befüllen und Entleeren ausgleichen muss. Die ersten Hängebodenbehälter entstanden Ende der 1860er Jahre bei der französischen Eisenbahn. Der äußere Auflagering gibt die Größe des Wasserturms vor, weshalb recht mächtige Bauten erforderlich waren.

    Wasserturm mit Hängebodenbehälter in Berlin-Westend
    Wasserturm in Berlin-Westend

    Intze-Behälter

    Der Aachener Ingenieur Otto Intze konstruierte zwei Behältertypen, die als Intze I und Intze II bezeichnet werden. Der Auflagerring hat dabei einen viel kleineren Durchmesser als die Behälterweite. Damit ließen sich schmalere Türme bauen, die durch stark auskragende Behälteretagen gekennzeichnet sind. Der Intze I-Typ ist durch einen konkav eingebrachten Kugelboden gekennzeichnet. Der erste Turm mit Intze-Behälter entstand 1883 in Remscheid.

    Wasserturm mit Intze I Behälter in Rain/Lech
    Wasserturm in Rain/Lech

    Der Intze II-Typ besitzt eine zusätzlich umgedrehte Kugelschale, wodurch sich eine höhere Stabilität ergibt und ein etwas größeres Volumen.

    Wasserturm mit Intze II Behälter in Bremerhaven-Geestemünde
    Wasserturm in Bremerhaven-Geestemünde

    Barkhausenbehälter

    Georg Barkhausen entwickelte1898 einen ausschließlich von der Behälterbaufirma August Klönne hergestellten Behälter mit einem hängenden, halbkugelförmigen Boden und tangential daran angeschlossener zylindrischer Seitenwand. Der Vorteil war, dass keine Druck- oder Lagerringe oder zusätzlich aussteifende Bauteile nötig sind.

    ehemaliger Wasserturm Neumünster Haardt

    Eine Weiterentwicklung sind geschlossene Barkhausenbehälter mit einer halbkugelförmigen Abschluss nach oben.

    Wasserturm mit geschlossenem Barkhausen-Behälter in Nienburg/Weser
    Wasserturm in Nienburg/Weser

    Klönnebehälter

    Der Ingenieur August Klönne konstruierte schließlich einen kugelförmigen Behälter. Die Kugel ist unterhalb des größten horizontalen Durchmessers auf einem steifen Kegelmantel schräg gelagert. Der erste Wasserturm mit Klönnebehälter entstand 1906 in Chemnitz.

    Bei Stahlbehältern mussten die Druckverhältnisse und das dadurch bedingte Biegeverhalten des Behälters und des Auflagerings besonders beachtet werden. Im Betonbau war dies, vor allem mit fortschreitender Entwicklung, weniger wichtig. So wurden nur in der Anfangsphase die Bauformen von Stahlbehältern nachempfunden und später überwiegend Flachbodenbehälter gebaut. Zu beachten waren lediglich die statischen Bedingungen, die durch ausreichend dimensionierte Stütztkonstruktionen, Fundamente und Behälterböden ausgeglichen werden können.

    Bahnwasserturm mit Klönne-Behälter am ehemaligen Rangierbahnhof in Berlin-Kreuzberg
    Bahnwasserturm am ehemaligen Rangierbahnhof in Berlin-Kreuzberg
  • Wasserturmausstellung
    Wasserturmausstellung

    Unsere Wasserturmausstellung kann ausgeliehen werden: http://wassertuerme.com/ausstellung

  • Neues Buch – Bayern

    Endlich liegt das neue Buch über „Wassertürme in Bayern“ vor. Ich freue mich über Bestellungen, wählen Sie dazu bitte den shop.

    Es lohnt sich: 304 Seiten mit 813 Abbildungen und 334 Wassertürmen.